Ein paar Dokumente zum Thema Diabetes:
Diabetes - Was ist das? Eine Definition (PDF)
Folgeschäden von Diabetes (PDF)
Führerscheingesetz und Diabetes (RTF)

 

Diabetes mellitus Typ 1 - Na Und?

Die Geschichte meines Diabetes

Anlässlich einer Schilddrüsen OP im AKH Linz am 06.06.00 wurde u.a. (beim großen Blutbild) der Zuckerwert des Blutes gemessen. Dieser war ein wenig zu hoch, da ich aber nicht nüchtern war, war das halb so schlimm. Am Tag der Entlassung wurde auf meinem Verlangen hin der Zuckerspiegel im nüchternzustand gemessen. Dieser betrug damals ca. 130 mg/dl, ein wenig zu hoch, also wurde ich mit dem Rat bei meiner Hausärztin einen Bluttest machen zu lassen entlassen.

Wieder zuhause, ging ich bei erster Gelegenheit zu meiner Ärztin um den Test machen zu lassen, es dauerte fast eine Woche bis das Ergebniss vom Labor zurück war. Als ich also am 20.06. zu meiner Ärtzin ging um mich wieder von der OP gesundschreiben zu lassen war der Befund da. Nüchternwert 319, HbA1c 6,9.

Tja, meine Ärtzin bekam leicht Panik und hat sofort eine Blutzuckermessung machen lassen, das Gerät zeigte aber nur ‘err’ an, ich im scherz zur Gehilfin ‘ich hab so viel, das kann der ja garnicht messen’, nachdem die Ärtzin allamiert und im Handbuch nachgeschlagen wurde - tja, mit meinem Scherz hatte ich recht, ich muß über 600 haben.......

Die Ärtzin wollte mich glatt mit der Rettung einliefern lassen, ich bin aber noch kurz in die Firma um meinen Chef bescheid zu sagen (das ich jetzt doch nicht gesund bin, sondern wieder ins AKH muß) und noch nach hause um Zahnbürste etc. zu packen. Dann bin ich mit dem Bus ins AKH gefahren und dort in die Notaufnahme. Dort wurde wieder gemessen und ich hatte nur mehr 555, dafür hatte ich ungebändigten Durst und laufend starken Harndrang. Die Ärtze von der Notaufnahme sind mir dauernd nach ob mir eh nicht schlecht, schwindelig ist und ob ich mich nicht hinlegen will, ich ging aber lieber vor die Tür eine rauchen, da ich auf einen Pfleger warten mußte der mich in den Bau C bringt, was dann aber über eine Stunde dauerte, die ich damit verbrachte laufend aufs WC zu laufen um zu trinken und meine Blase zu erleichtern.

Dort angekommen bekam ich ein Bett und ein paar Nadeln inkl. Infusionflaschen und eine Insulin-Pumpe angehängt. Noch hatte ich noch nichts begriffen, um was es geht etc.

Am Tag darauf fragte ich bei der Visite die Ärtzin wann ich wieder raus kann, ich habe schließlich besseres zu tun wie im Krankenhaus rumzuliegen, ich war immerhin schon die dritte Woche im Krankenstand, tja, die Antwort war ein bischen niederschmetternd - vielleicht ende NÄCHSTER Woche....

Am Tag darauf stand es fest: Ich habe Diabetes mellitus Typ 1. Am Anfang war mir das egal, ich wußte ja nicht mal was das ist....... am Abend hatte ich es schön langsam begriffen was das eigentlich ist.

Eine unheilbare Krankheit die gewaltige Folgeschäden mit sich bringen kann, um überhaupt weiterleben zu können muß ich mir immer wieder selbst Insulin spritzen (ihhhh, Nadeln), und in den Finger stechen um den Zuckerwert im Blut zu messen.... 5-6 mal am Tag eine Nadel reinjagen, 4-5 mal am Tag in den Finger stechen.... und das Insulin das ich mitführen muß ist hitze und kälteempfindlich, und wenn man zu wenig spritzt kann man ins Koma fallen, wenn man zu viel erwischt wird man bewustlos und kann ersticken.... Wie soll ich da mein jetziges Leben weiterführen können? Endurofahren kann ich wohl streichen, auch andere Sachen....., alles kann ich vergessen. (Ja, ich war sehr fertig)

Nach einem längeren Telefont mit einem guten Freund (Marcello), ging es mir erheblich besser. Eigentlich wollte ich ihm sagen das ich im August nicht wie geplant bei der EnduRoMania mitfahren kann. Er hat es mir schlicht und einfach nicht erlaubt, nicht mitzukommen.

Brutal gesagt: Aufgeben kann man einen Brief, sonst nichts.
(Wie Kini zu sagen pflegte.)

Also begann ich über Lösungen nachzudenken wie ich trotzdem ‘normal’ weiterleben kann.

Ein sehr wichtiger Aspekt dabei war die Basis-Bolus-Therapie, das spritzen was man ißt. Kein fixer ‘Ernährungsplan’, sondern dann Essen und so viel Essen und das Essen was man will! Zum Glück konnte ich sofort mit der Therapie anfangen, so das dem geplanten Endurourlaub in Rumänien grundsätzlich nichts im Wege stand.

Es fehlte nur noch eine Transport- und Kühlmöglichkeit für die Insulin-Pens.

Für die Anreise im PKW legte ich mir eine ‘normale’ Kühlbox für 12/24 Volt zu, für die KTM ist das schon ein bischen schwieriger. Eine elekt. Minikühlbox auf die KTM drauf? Bei den Vibrationen und Geländeverhältnissen würde die nicht lange leben....

Also besorgte ich mir einfach eine Styropor-Box (von Medikamenten-Transporten) die in die kleine Hecktasche meiner KTM paßt. Mittels Styropor und Schaumstoff einen Kühlakku (am Boden) eingepaßt, eine Styroporplatte (damit die Pens nicht direkt mit dem gefrorenen Kühlakku in Berührung kommen können) und den Rest um die Pens dick mit Schaumstoff ausgepolstert. Diese Lösung hat sich als sehr praxistauglich erwiesen. Trotz heftiger Stürze, katastrophalen Pisten, sehr viel holperei und Temperaturen von bis zu 40 Grad blieben die Pens immer bis zum abend Kühl.

Der einzige Nachteil: Für diese Lösung benötigt man über Nacht einen Gefrierschrank damit am nächsten Morgen wieder ein Kühlakku zur Verfügung steht. In Rumänien ist das nicht so ein problem, es fällt zwar manchmal der Strom aus, aber Kühl/Gefrierschränke hat fast jeder.

Für meinen nächsten Urlaub in die Wüste muß ich mir jedoch noch etwas anderes einfallen lassen, in der Sahara stehen sehr selten Kühlschränke herum....

NACHTRAG: Inzwischen habe ich eine ‘neue’ Kühlmöglichkeit entdeckt. Nennt sich FRIO-Tasche. Gekühlt wird mittles Verdunstungskälte!
Tasche für ein paar Minuten in Wasser legen (die ‘Kügelchen’ in der Tasche saugen sich mit Wasser voll und werden Gelartig), ein bischen auswinden (damit das überflüssige Wasser austritt) und in die ‘Übertasche’ (die soll verhindern das zu viel Feuchtigkeit an die unmittelbare umgebung abgegeben wird) stecken, fertig.
Ich habe mir so eine Tasche zugelegt und zwar die mittlere Größe und diese vom 15.06.-30.06.2001 im Urlaub (Italien - Lignano) getestet. Die Lufttemperaturen lagen zwar mit bis zu 30 Grad nicht gerade sehr hoch, aber der Sand am Strand hatte über 40 Grad und der Insulinpen in der Tasche war immer erheblich kühler als die Umgebungstemperatur! Zu kaufen gibt es diese Tasche übrigens bei medtrust.

 

    Tja, das wäre es bereits. Noch eine Empfehlung von mir, wenn ihr aus der Gegend von Linz seid:

    AKH-Linz, Interne 2 (Bau C, 2 Stock) OA Dr. Grafinger

    Ich bin sehr froh in seine ‘Hände gefallen’ zu sein, es ist schwer zu erklären warum genau. Er ist einfach offen für alles und in seinen Augen sind Diabetiker NICHT ‘behinderte pflegefälle’, sondern ganz Gesunde Menschen, denen halt einfach nur was fehlt, was sie sich aber zuführen und somit fehlt ihnen eigentlich garnichts.....

    Oder macht mal eine BBT-Schulung mit!

     

     

    Im Sommer 2009 bin ich dann wegen der doch zu hohen Morgenwerte auf eine Insulinpumpe umgestiegen (Accu Check Combo), mit der Insulinpumpe schaffte ich es auf anhieb meinen HbA1c auf unter 7 zu bringen, was mir mit den Pens in über 8 Jahren nicht gelungen ist.

     

    Infos: AKH Linz, Interne 2, 0732-7806

    Diabetesambulanz DW 6130

    OA Dr. Grafinger DW 6122

    Schulungszimmer - Sr. Andrea oder Sr. Maria DW 6315

    Ambulanzzeiten: Mo-Fr 9.30-11.30 & Do 15.00-16.00

    Nachtrag: In der Zwischenzeit habe ich ja ein Haus gebaut und bin die Nähe von Wels gezogen, daher habe ich einen neuen Internisten in der Umgebung Wels gesucht und Dr. Allinger gefunden. Er ist Internist, Spezialist für Diabetes, Sportmedizin aber auch Endoskopie etc. führt er durch.
    Anschrift: 4600 Wels, Freiung 19 - Tel. 07242/210 555 - Mo-Fr 8-12 Uhr, Mo, Mi 16-18 Uhr

    Da ich ich immer größere Probleme mit einem 'Morgengupf' hatte (in der früh Blutzucker >300) und wir nach monatelangen 'probieren' mit anderen Einstellungen (3x Basis, in der Nacht Wecker um zu spritzen etc., entweder in der Nacht gegen 3 Uhr Hypo oder eben in er früh >300), jedoch nichts half, kam damals von Novartis ein neues Langzeitinsulin auf den Markt - Levemir - wofür ich dann gleich mal Versuchskaninchen spielte... nach kurzer Zeit waren mein BZ Werte in der früh bei 150-180, was natürlich ein großer Erfolg war. Ein paar Monate später wurde es dann auch Offiz. zugelassen. Leider weigerte sich zwischendurch die OÖGKK das Insulin zu bezahlen (andere Krankenkassen haben es seh wohl bezahlt...) hier sprang dann jedoch der Hersteller und mein Arzt mit 'kostenlosen' Ärtzemustern ein und hielten so meine Therapie über ein paar Monate hinweg aufrecht, bis die OÖGKK das Insulin wieder genehmigte.

    Was mich pers. sehr wundert ist, das ich immer nur 1 Packungen auf Rezept bekomme (damit komme ich knapp 3 Wochen aus....), mehr genehmigt die OÖGKK nicht, d.h. ich muß alle 3 Wochen zum Arzt ein neues Rezept holen, was sicherlich vom Arzt an die Krankenkasse verrechnet wird. Ich als 'Behinderter' mit einer UNHEILBAREN Krankheit, verstehe nicht so recht wieso man da kein 'Dauerrezept' für 1 Jahr o.ä. bekommt, andere die oft (heilbare) Krankenheiten haben bzw. die nur sporadisch auftreten (Allergien zb) bekommen solche Dauerrezepte... bei denen hängt jedoch nicht das Leben von dem Medikament ab wie bei mir...und Diabetes Typ I ist nun mal eine Unheilbare Krankheit, wovor haben die also Angst? Das ich 2 Packungen Insulin kaufe und am nächsten Tag in der Früh plötzlich geheilt werde (Jesus oder eine anderer Gottessohn schaut bei mir vorbei und PENG - bin ich gesund, oder Aliens entführen mich, machen Experimente und SCHWUPP bin ich geheilt... oder wie?), welches Krankes Hirn kann sich so einen Schwachsinn ausdenken und hat bei der imho größten Krankenkasse das Sagen? Da kann man nur den Kopf schütteln, die Krankenkasse wechseln so wie in Deutschland ist in Österreich noch nicht möglich, leider.